Bericht vom Bundesdelegiertentag 29. & 30. 06. 2002
am 29. und 30.6.2002 fanden in den Erfurter Messehallen die Fortsetzung des (Satzungs-) Delegiertentages von 1999 sowie der ordentliche Bundesdelegiertentag 2002 statt. Ich möchte hier eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse geben.
Vorausschickend sollte darauf hingewiesen werden, dass der Veranstaltungsort bereits lange vor den tragischen Ereignissen von Erfurt festgelegt worden war. Selbstverständlich gab es unter den Verbandsmitgliedern und auch innerhalb des Bundesvorstandes Diskussionen darüber, ob dieser Ort dennoch beibehalten werden sollte. BDMP-Präsident Gerd Spahlholz hatte sich jedoch insbesondere nach Beratungen mit verantwortlichen Persönlichkeiten der Stadt Erfurt dazu entschlossen, den Ort beizubehalten. Wir dürfen dies als Bestätigung unseres guten Rufes als Sportschützen und verantwortungsbewusste legale Waffenbesitzer werten.
Am Samstag kamen rund 100 Delegierte, die bereits am Delegiertentag 1999 teilgenommen hatten, zusamen, um abschliessend über den seinerzeit diskutierten Satzungsentwurf zu beraten. Die Neufassung der Satzung wurde letztlich mit grosser Stimmenmehrheit (ca. 90%) beschlossen und wird, sobald sie beim Paderborner Amtsgericht eingetragen ist, in Kraft treten.
Am Sonntag fand dann mit deutlich höherer Beteiligung der ordentliche Bundesdelegiertentag 2002 statt.
Zu Beginn der Veranstaltung wurde mit einer Schweigeminute den Opfern des Amoklaufes von Erfurt gedacht.
Im Laufe des Vormittags wurden von den bisherigen amtierenden Präsidiumsmitgliedern die Rechenschaftsberichte abgegeben und nach der Mittagspause die Berichte des Finanzverwalters, des Controllers und der Kassenprüfer.
Eine zeitweilig erregte Debatte wurde um die teilweise noch zu klärenden Vorgänge um den Ausbau der BDMP-Schiessanlage Trügleben geführt. Interimspräsident Spahlholz stellte dar, dass Fehlentscheidungen des damaligen Präsidenten Dr. Schilling zu noch nicht exakt zu beziffernden finanziellen Nachteilen für den BDMP geführt hätten. Dies sei letztlich auch der Auslöser für den Rücktritt Dr. Schillings vor einigen Wochen gewesen. Zusätzliche Informationen zu diesem Thema wurden auch seitens der von Dr. Schilling mit der Planung beauftragten Architektin gegeben, die zeitweilig ebenfalls in die Kritik geraten war. Deutlich wurde jedoch, dass die Architektin lediglich im Auftrag gehandelt hatte und für die Wünsche und Entscheidungen des Bauherrn (des BDMP) nicht verantwortlich ist. Dr. Schilling übernahm im Verlauf der Debatte dann auch die persönliche Verantwortung für diese Vorgänge.
Anschliessend stimmte das Plenum über die Entlastung des bisherigen Präsidiums ab. Zwar wurden Anträge gestellt, die Entlastung nur mit Ausnahme des Projektes Trügleben zu erteilen und darüber Aufklärung zu leisten, eine Mehrheit des Plenums beschloss jedoch die vollständige Entlastung des bisherigen Präsidiums sowie der während der Amtszeit zurückgetretenen ehemaligen Präsidiumsmitglieder.
Der Nachmittag war im wesentlichen den Neuwahlen zum Präsidium gewidmet.
Der bisherige Vizepräsident Vo, Volker Werner, erklärte bereits bei der Abgabe seines Rechenschaftsberichts, dass er für eine weitere Amtsperiode nicht zur Verfügung stehe. Für die einzelnen Posten wurden dann überwiegend mehrere Kandidaten vorgeschlagen. Die Wahl wurde geheim durchgeführt und endete mit folgenden teilweise doch recht überraschenden Ergebnissen:
Das nach der am Samstag beschlossenen neuen Satzung vorgesehene Schiedsgericht wurde mit Pahn, Bader und Werbitzki besetzt. (Berichtigung vom 10.1.03: Die drei Mitglieder sind gleichberechtigte Schiedsrichter.)
Ich möchte unserem Landesverbandsvorsitzenden Detlef Mesletzky ganz herzlich zu seiner Wahl zum Bundessportleiter gratulieren und ihm viel Glück bei der Bewältigung der vor ihm liegenden Aufgaben wünschen.
Eine persönliche Anmerkung:
Die erneute Wahl von Dr. Schilling zum BDMP-Präsidenten ist sicherlich die grosse Überraschung dieses Bundesdelegiertentages. Schliesslich war Dr. Schilling erst vor wenigen Wochen von diesem Amt mit der offiziellen Begründung zurückgetreten, dass ihm die Aufgaben über den Kopf wachsen und er das Amt parallel zu seinen anderen, auch beruflichen Verpflichtungen nicht mehr mit dem notwendigen Engagement ausfüllen könne. Wir wollen hoffen, dass Dr. Schilling in seinem persönlichen Umfeld für die erforderlichen Voraussetzungen gesorgt hat, nunmehr mit mehr Einsatz an diese Aufgabe heranzugehen. Es stehen ihm dazu auch die neugewählten Vizepräsidenten zur Seite, die er zukünftig hoffentlich in höherem Masse in die Arbeit miteinbeziehen wird.
Schleswig-Holstein war auf dem Delegiertentag übrigens durch 10 Delegierte vertreten.
Zu den im Vorfeld befürchteten Störungen oder
Provokationen des Bundesdelegiertentages durch Sportschützen- und Waffengegner
kam es nicht. Auch die in den letzten Wochen durch wiederholte negative Berichterstattung
hervorgetretenen Vertreter einiger Print- und TV-Medien nahmen keine Notiz
von diesem ordentlichen Bundesdelegiertentag, dessen insgesamt ruhiger Ablauf
offenbar nicht in das Konzept ihrer Berichterstattung passte. Dort hätten
ja auch nur verantwortungsbewusste Sportschützen gezeigt werden können,
die noch dazu ihre Freizeit dafür opfern, in den demokratischen Gremien
ihres Verbandes mitzuarbeiten und somit so gar nicht dem von den besagten
Medien verbreiteten Bild der Waffennarren und Gefahr für die Innere
Sicherheit entsprochen hätten.
Michael Gurezka
Landesschriftführer