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Wechselsysteme

Ein "Colt Conversion Unit .22 LR" für die Colt-Pistole 1911 A1. Das Wechselsystem besteht aus dem Schlitten, dem Lauf, einer etwas schwächeren Rückholfeder und einem Magazin, mit dem die Waffe nun die als Kleinkaliberpatrone bekannte und im Vergleich zur Großkaliberpatrone preiswertere .22 Long Rifle verschießt. Das Griffstück stammt von der Basiswaffe, Funktion und Handhabung sind weitestgehend identisch. Das 22er-System ist nur massenverriegelt. Neben zwei Patronen .45 ACP liegen zum Größenvergleich drei Patronen .22 Long Rifle.

Eine weitere Möglichkeit, die Wechselsysteme bieten, ist auf diesem Bild dargestellt: Auf dem Griffstück der Basiswaffe lassen sich Verschlüsse und Läufe mit unterschiedlichen Längen und Visierungen montieren. Hier handelt es sich um eine Lange Pistole 08, die mittels des kurzen Wechselsystems auch in die Standardversion Pistole 08 umgebaut werden kann. Beide Läufe verschießen das Kaliber 9mm Parabellum.

Wechselsysteme ermöglichen das Schießen unterschiedlicher Kaliber mit der selben Basiswaffe. Soweit der Kaliberdurchmesser des Wechselsystems geringer oder gleich dem der Basiswaffe ist, bedarf es für den Erwerb keiner weiteren Genehmigung/Bedürfnisprüfung.


Kaliber 4mm M20

Patronen dieses kleinen Kalibers wurden schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts im Behördenbereich zum preisgünstigen Übungsschießen mit den eigentlich großkalibrigen Dienstwaffen eingesetzt. Dabei kamen vorwiegend Einsteckläufe zum Einsatz. Heute lassen sich fast sämtliche großkalibrigen Kurzwaffen durch Montage fester Futterläufe dauerhaft auf das Kaliber 4mm M20 umbauen. Da die Geschoßenergie der Patrone 4mm M20 unterhalb 7,5 Joule (wie bei frei verkäuflichen Luftdruckwaffen) liegt, gilt für Waffen in diesem Kaliber ein vereinfachtes Genehmigungsverfahren ohne Bedürfnisprüfung. Der Antragsteller muß jedoch den Nachweis der Sachkunde im Umgang mit Waffen und Munition vorlegen. Die Waffen 4mm M20 werden nicht auf das Sportschützenkontingent angerechnet.

Dank der schwachen Geschoßenergie darf mit Waffen in diesem Kaliber auch außerhalb genehmigter Schießstätten geschossen werden, z.B. auf dem eigenen Grundstück (befriedetes Besitztum), wenn sichergestellt ist, daß die Geschosse das befriedete Besitztum nicht verlassen können. Nachfolgend einige Beispiele für Waffen im Kaliber 4mm M20:

Pistole Colt National Match. Die Patronen 4mm M20 werden in Ladehülsen .45 ACP/4mm M20 gesteckt. Diese können wie Großkaliberpatronen in das Magazin der Pistole geladen werden. Da die Geschoßenergie der Patrone 4mm M20 sehr gering ist, repetiert die Pistole nicht, sondern muß von Hand vor jedem Schuß durchgeladen werden.

Pistole 08. Die Patronen 4mm M20 werden in Ladehülsen 9mm Luger/4mm M20 gesteckt. Diese können wie Großkaliberpatronen in das Magazin der Pistole geladen werden. Da die Geschoßenergie der Patrone 4mm M20 sehr gering ist, repetiert die Pistole nicht, sondern muß von Hand vor jedem Schuß durchgeladen werden.

Revolver Reck R22. Diese Waffe wurde fabrikmäßig in 4mm M20 hergestellt, ist also kein Umbau aus einem Großkaliberrevolver. Es werden keine Ladehülsen benötigt, die kleinen Patronen können direkt in die Trommel geladen werden. Abmessungen und Handhabung dieses Revolvers sind nahezu identisch mit Revolvern von Smith & Wesson.


Pistole Erma ERP74. Auch diese Waffe wurde fabrikmäßig in 4mm M20 hergestellt. Es handelt sich um einen äußerlich exakten Nachbau der bekannten Polizeipistole Walther PPK. Die Erma benutzt Ladehülsen, die wie beim Vorbild ins Magazin geladen werden. Auch bei dieser Waffe reicht die Energie freilich nicht zum selbsttätigen Repetieren aus. Ein technisch interessantes Hebelübersetzungssystem erlaubt es jedoch, nach dem Schuß durch vollständiges Durchziehen des Abzuges den Schlitten nach hinten zu bewegen, wodurch die Waffe nachgeladen und erneut gespannt wird. Die kleine Pistole hat sogar eine seitenverstellbare Visierung und schießt überraschend präzise, nach meinen Erfahrungen präziser als die langläufigeren Umbauten aus Großkaliberwaffen.


Walther Lever Action (CO2-Waffe)

In der Regel werden Luftdruck- oder CO2-Waffen selten zum ernsthaften Übungsschießen des Großkaliberschützens geeignet sein, da sie in ihrer gesamten Konstruktion, der Handhabung und dem Abzugsverhalten deutlich abweichen. Eine Ausnahme mögen die Umbauten von Großkaliber-Kurzwaffen auf das LEP-System darstellen, doch ist deren Handhabung nicht besonders benutzerfreundlich.

Eine interessante Ausnahme von der Regel stellt jedoch der CO2-Nachbau der Winchester 94 von der Firma Walther im Kaliber 4,5 mm (Diabolo) dar.

Das Foto zeigt oben die Walther Lever Action Long und darunter das Vorbild, eine originale Winchester 94. Original und Nachbau stimmen in den Abmessungen weitestgehend überein. Auch Gewicht, Magazinkapazität, Visierung und Handhabung sind sehr ähnlich, so daß sich das CO2-Gewehr durchaus für das Übungsschießen eignet. Die Waffe ist "F-im-Fünfeck"-gestempelt und kann ab 18 Jahren frei erworben werden.


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